Vohburg: Reinschmiedgasse 1
Ehemalige Kinderbewahranstalt
1881 errichtete der geistliche Rat Ulrich Steinberger in der Reinschmidstraße den ersten Kindergarten Vohburgs – die Kinderbewahranstalt. Generationen von Vohburger Kindern wurden hier von den Armen Schulschwestern betreut und das zu zumindest aus heutiger Sicht sehr günstigen Preisen: Von 1912 bis 1958 etwa betrug die Gebühr pro Kind und Tag lediglich fünf Pfennige.
100 bis 120 Kinder waren dabei im Durchschnitt in der Bewahranstalt untergebracht und viele kamen gerne, gab es dort, wie viele ältere Vohburger heute noch zu berichten wissen, doch oft Spielzeug, von dem man zu Hause nur träumen konnte. Den ein oder anderen werden sicherlich auch die Namen Schwester Renoberta und Schwester Läta noch etwas sagen, die Jahre lang in diesem ersten Vohburger Kindergarten tätig waren.
1972 wurde das Gebäude, in dem zu diesem Zeitpunkt noch zwei Kindergartengruppen im Erdgeschoss und zwei Schulklassen im Obergeschoss untergebracht waren, grundlegend saniert. Bald darauf wurde auch der Bau eines neuen Kindergartens vorangetrieben. 1978 schließlich konnte das neue Gebäude an der Martin-Greif-Straße eingeweiht werden und der Kindergarten zog endgültig aus dem alten Haus an der Reinschmidstraße aus.
Ein neuer Nutzer war schnell gefunden: Der Fischer-Club Vohburg zog ein und sanierte das Gebäude erneut mit viel Eigenarbeit und finanzieller Unterstützung der Gemeinde.
Jahre später dann zog die Stadtkapelle Vohburg in das Gebäude ein. Es blieb aber nicht lange bei dem Arrangement im Altbau: Vor einigen Jahren wurde das alte Gebäude abgerissen und machte den Platz frei für das neue Haus der Musik, das in ähnlichem Stile wie das alte Gebäude errichtet wurde und sich so leicht in die Umgebung einfügte. Seit 2012 und wohl auch in Zukunft dient das Haus nun als Heimat der Stadtkapelle Vohburg.
Und die ist rund um zufrieden mit ihrer neuen Heimat an historischer Stelle. Kein Wunder, hat doch nicht nur der Verein viel Zeit in das Gebäude investiert. Im Gegenteil, auch die Stadt hat sich den Neubau einiges kosten lassen. Rückblickend war es das Geld, in Summer rund eine halbe Million Euro, jedoch in jedem Falle wert, denn die Stadtkapelle, die im Haus der Musik endlich geeignete Probenräume vorfindet, hat mit ihren Konzerten inzwischen weit über die Ortsgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt und ist damit auch zu einem der Vorzeigeobjekte der Stadt geworden.