Vohburg: Agnes-Bernauer Brücke
Die Probleme der Vohburger mit der Donau sind so alt wie der Ort selbst, und das nicht nur wegen der jährlich wiederkehrenden Hochwasser, sondern auch, weil der Fluss regelmäßig überquert werden musste. Schon früh baute man deshalb erste hölzerne Brücken, die sicherer und komfortabler erschienen als die Zillen, die auf der Donau verkehrten.
Die Stabilität dieser Bauwerke war freilich eher bescheiden. Regelmäßig wurden sie ganz oder teilweise von Hochwassern und Eisstößen mitgerissen. Am Brückenkopf stand deshalb ein kleiner Stadel, in dem maßgerechte Balken lagerten, mit deren Hilfe die Brücke im Notfall zügig repariert werden konnte.
Aus dieser Zeit stammt auch die Geschichte um die Vohburger Keastöck, den Spottnamen, der den Vohburgern bis heute erhalten geblieben ist. Damals, zur Zeit dieser Holzbrücken, soll der Vohburger Magistrat nämlich beschlossen haben, die Donaubrücke mit Kienstöcken, den Wurzelstöcken von Nadelbäumen, zu beschweren, damit sie bei Hochwasser nicht mehr weggerissen werden konnte. Der Versuch scheiterte freilich kläglich. Der Magistrat macht sich zum Gespött der Bevölkerung.
Echte Abhilfe schaffte erst der Bau der ersten eisernen Donaubrücke 1904. Die Brücke mit einer Stützweite von 166 Metern und einem Gewicht von 476 Tonnen wurden damals von der Brückenbau-Anstalt Gg.Noell&Co aus Würzburg errichtet und war, so dachte man damals, für die Ewigkeit gebaut.
Lange sollte sie dennoch nicht stehen, denn in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, 1945, wurde das Bauwerk gesprengt. Ob von deutschen Truppen oder von einem amerikanischen Bombentreffer, darüber scheiden sich bis heute die Geister. Noch immer gibt es Stimmen, die das Eine oder das Andere mit eigenen Augen gesehen haben wollen.
So oder so, Tatsache war, dass Vohburg einmal mehr ohne Donaubrücke dastand und zum Überqueren des Flusses wieder einmal Boote eingesetzt werden mussten. Noch im selben Jahr begann man deshalb mit dem Bau einer Holzbrücke, die allerdings noch vor der Fertigstellung von einem Eisstoß schwer beschädigt wurde. Bei der Eröffnung der Behelfsbrücke 1946 bestand sie deshalb zur Hälfte aus dem Rest der Holzbrücke und zur Hälfte aus einer amerikanischen Pionier-Hängebrücke.
1952 bis 54 wurde die doch sehr behelfsmäßige Notbrücke durch eine stabile Stahlkonstruktion mit ausreichender Tragkraft ersetzt. Allerdings ging auch das nicht ganz ohne Schwierigkeiten: Ein weiterer Eisstoß behinderte im Winter 1952/53 die Arbeiten der Eisenwerke Kaiserslautern, die mit dem Bau der Brücke beauftragt worden waren, tagelang. Am 15. Oktober 1954 schließlich konnte die Brücke für den Verkehr frei gegeben werden. 1967 wurde das 155 Meter lange und 2000 Tonnen schwere Bauwerk um einen halben Meter angehoben, um besser vor Hochwasser geschützt zu sein.