Historische Dokumente

Ulrich-Steinberger-Platz 6

Ehemaliges Franziskanerkloster

1616 Willibald Reith kauft das Grundstück

1685 - 1723 Der "wohledele und hochvorneme" Herr Franz Zwickh war Amtsadjunkt (Beamter), kurfürstlicher Gerichts- und Kastenamtsschreiber in Vohburg, Freiherr Sandizell'scher Lehensprobst zu Pförring und Richter zu Perghausen (Berghausen); Noch im gleichen Jahr erbaute er das noch heute bestehende Gebäude

1723 Franz Zwickh resigniert als Gerichtsschreiber

1725 Franz Zwickh verkauft sein Haus der Marktgemeinde zwecks Klostergründung und zieht anschließend weg; Pfarrer Mathes schreibt, "ein besseres Gebäude hätten die Vohburger wohl nicht finden können." Pfarrer Franz Xaver Lettner (1790 - 1835) gibt als Kaufschilling 2500 Gulden an - sicher hat die Familie Zwickh auch etwas zur Klostergründung beigetragen

1726 Die Franziskaner ziehen zu Beginn des Jahres in das Gebäude ein und die Grundsteinlegung für die danebenliegende Klosterkirche findet bereits im Mai statt

1802 Die Säkularisation trifft auch das Franziskaner-Kloster und die letzten Franziskaner ziehen Ende März nach Ingolstadt; Daraufhin gab es beim damaligen Magistrat erste Pläne für die Verlegung der Schule von der Kölblgasse in das leerstehende Kloster: Sie kauften das Kloster samt Garten und den am Schlossberg gelegenen Märzenkeller

1809 Die Kastenstreicherswitwe Katharina Mayer besitzt das Gebäude und übergibt es ihrer Tochter

1811 Der Magistrat verkauft das Klostergebäude an einen Privatmann, der es in ein Wirtshaus umfunktionierte; Mehrere Besitzer folgten

1813 Johann Schnell heiratet die Tochter von Katharina Mayer.

1837 Auch die Klosterkirche wird profaniert; Das Kloster selbst war in der Zwischenzeit zu einem Wirtshaus geworden: Im Erdgeschoss waren die Gasträume untergebracht, im Obergeschoss traten Komödianten auf. Die entweihte Kirche diente als Stadel, Wagenremise, Turnhalle und Feuerwehrhaus. Auch als Theatersaal wurde sie verwendet

1839 Die Tochter von Johann Schnell, Maria Schnell, heiratet Joseph Ottlinger

1854 Matthias Lechner
ist Klosterwirt

1860 Auf Anregung von Pfarrer Seidl (von 1852 bis 1868) sollte der Magistrat das Gebäude für 6000 Gulden zurückerwerben: es sollte eine Schule eingerichtet werden. Daraus wurde aber nichts, die Herren verbauten lieber 15000 Gulden in das am Marktplatz stehende Schrannengebäude mit Rathaus und außerdem einem Schulsaal (das spätere Knabenschulhaus, welches 1981 abgebrochen wurde)

1860 - 1868 Johann und Maria Steinberger sind Besitzer

1878 Man wollte die ehemalige Kirche umbauen und ein 2. Stockwerk errichten: Das Gebäude sollte als Hopfen-und Gerteidelager dienen. Der damalige Pfarrer und Kämmerer Ulrich Steinberger (von 1868 bis 1904) verhinderte dies jedoch und erwarb das Klostergasthaus und die ehemalige Klosterkirche

1880 Nachdem Pfarrer Ulrich-Steinberger das Anwesen, welches in der Zwischenzeit 76 Jahre als Gasthaus gedient hatte, vom letzten Gastwirt Andreas Zirngiebl für 16.240.- Mark zurückerworben hatte, konnte das Kirchengebäude wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt werden: Franziskanerinnen zogen als "Arme Schulschwester" in das renovierte Klostergebäude und übernahmen die zu diesem Zeitpunkt errichtete Mädchenschule

1970 Die Mädchenschule wird in das neu errichtete Grund-und Hauptschulgebäude in der Hartackerstraße verlegt; Zu diesem Zeitpunkt wurden leider auch die "Armen Schulschwestern" nach 90 jähriger Tätigkeit von Vohburg abgezogen, daher stand von da an das Gebäude vorerst leer

1977 Unter Bürgermeister Josef Piller (1971- 1978) beschäftigte sich der damalige Stadtrat mit dem Gedanken, das Anwesen für Kosten von ca 900.000 DM in ein Rathaus umzubauen; Es folgen jahrelange Diskussionen

1986  Die Sparkasse zeigt Interesse am Kloster ehemaligen Mädchenschulhaus

1988 Am 12.November stimmte der Stadtrat mit 12 zu 9 Stimmen unter Bürgermeister Hammerschmid folgender Vereinbarung zu: Die Flurstücke an die Sparkasse zu verkaufen und im Gegenzug die jetzige Sparkasse (Donaustr. 23) sowie das Schmiedmeierhaus zu erwerben. Weil aber das Schmiedmeier- Haus entgegen der früheren Zusagen dann doch nicht mehr zu haben war, und das übrige Angebot auch nicht zum Vertragsabschluss führte erging am 28.4.1992 folgender Beschluss:
1. Die Stadt verkauft das unbebaute Grundstück Alte Landgerichtstr.10 an die Sparkasse und erwirbt wertgleich das alte Sparkassengebäude an der Donaustr.23 
2. Die Stadt überlässt der Sparkasse die Mädchenschule mit einer Fläche von ca 965 qm, (ohne Alten Kindergarten) im Wege des Erbbaurechts auf 99 Jahr, wobei die kirchlichen Belange, hinsichtlich des Sakristeieinganges und der Lourdes-Kapelle zu berücksichtigen sind

1995 Baubeginn für das Sparkassengebäude

1999 Die Zweigstelle der Sparkasse wird eröffnet

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