Erste Karten von Bayern
Die früheste Darstellung Bayerns enthält eine römische Straßenkarte aus dem 4. Jahrhundert. Die "Tabula Peutingeriana" ist nach ihrem früheren Besitzer, dem Augsburger Humanisten und Stadtschreiber Konrad Peutinger benannt und misst etwa 6,75 auf 0,34 Meter.
Bis ins frühe 16. Jahrhundert gab es keine detaillierte Landkarte von Bayern bis sich 1523 Johann Thurmair, besser bekannt als "Aventinus", in Form eines Holzschnittes als Beilage zu seiner historische Abhandlung an einen ersten Versuch wagte.
1554 gab Herzog Albrecht V. von Bayern eine Landes-Mappierung in Auftrag. Philip Apian, Mathematiker, Astronom und Kartograf, führte dafür dann sieben Jahre lang in diversen Gegenden astronomische Längen- und Ortsbestimmungen durch, die sich vor allem auf Flussläufe konzentrierten, während Helfer die Ausmaße von Siedlungen, Berge, Seen und Wälder mittels Augenmaß und Kompassen ermittelten.
1563 war dann schließlich die Arbeit vollendet und lies sich in Form von 40 Blättern Pergament bestaunen. Der Maßstab betrug etwa 1 : 45 000, weshalb die Karte rund 30 m2 war. Kein anderes Land konnte damals eine solche Karte aufweisen.
Fünf Jahre später schuf er noch eine kleinere Anfertigung seiner Karte, welche dann bis ins 18. Jhd. als Basis für weitere Landkarten Bayerns diente.
1764 wird auf Anregung der bayrischen Akademie der Wissenschaft durch Ingenieurgeograf H. de St. Michèl noch einmal eine exaktere, rein geometrische Landesaufnahme durchgeführt. Diese umfasste jedoch nur die Umgebung Münchens bis zum nördlich anschließenden Gebiets Ingolstadts.
1801 wurde das Topographische Bureau gegründet, womit die allgemeinen Landes- und Katastervermessung in Bayern begann. Bisher wurde noch nie ein Land systematisch vermessen. Bayern - bedingt durch seine Verbindungen zu Napoleon und Frankreich- diente hier als Vorreiter.
Eine Strecke zwischen München-Oberföhring und Aufkirchen diente hierbei als bayrischer "Ur-Meter". Der Nullpunkt des bayerischen Koordinatensytems war die Spitze des nördlichen Turms der Krauenkirche.
1808 folgte mit der Gründung der Steuervermessungskommission die systematische Vermessung aller Grundstücke in Bayern. Dies war nötig, da Bayern mittlerweile aus einem bunten Teppich von 114 Grundsteuersystemen bestand, die es zu vereinheitlichen galt. Von Professor und Astronom Ulrich Schiegg wird dabei das noch heute gültige Schema zur Flurkarteneinteilung eingeführt.
Bereits 1813 entstand die erste Kartenaufnahme der Vohburger Altstadt und bis 1865 entstanden dann über 23.000 weitere Messtisch- und Uraufnahmeblätter, auf denen insgesamt über 21 Millionen Grundstücke Bayerns zu finden waren.
Mit der Einführung von Höhenlinien kam es dann erneut zu einer topographischen Neuaufnahme Bayerns, und das bereits 1867 - kurz nachdem der "Topographische Atlas" endlich fertig gestellt wurde.